Teichfiltersysteme

Hier erfährst du welche Teichfilter Systeme es gibt und nach welchen Prinzipien diese funktionieren.

Gepumpte Teichfilter

Bei einem gepumpten System werden alle Filtermodule oberhalb des Wasserspiegels aufgestellt. Die Teichpumpe wird am tiefsten Punkt des Teiches platziert und fördert das ungefilterte Wasser in den Filter. Im Filter passiert das Wasser in der Regel drucklos die verschiedenen Filterstufen und fließt anschließend per Schwerkraft zurück in den Teich. (Eine Ausnahme bildet hier lediglich der Druckfilter) Wird das Wasser über einen Wasserfall oder Bachlauf zurück in den Teich geleitet kann eine zusätzliche Belüftung erreicht werden.

 

Vorteile eines gepumpten Teichfilters

  • Der Installationsaufwand bei einem gepumpten Filter ist im Vergleich zu den anderen Filtersystemen relativ gering.
  • Gepumpte Teichfiltersysteme sind leichter erweiterbar, da weitere Module vor- oder nachgeschaltet werden können.
  • Die Anschaffungskosten sind auf Grund des einfachen Prinzips meist geringer.
  • Durch die unproblematische Installation des Filters ist es einfach den Standort des Filters zu ändern.
  • Zusätzliche Belüftung leicht realisierbar (Wasserfall, Bachlauf usw.)
  • Kann ohne großen Aufwand an bestehenden Teichen nachgerüstet werden

 

Nachteile eines gepumpten Teichfilters

  • Durch die Förderhöhe welche die Teichpumpe überbrücken muss, ist es nötig in gepumpten Systemen Leistungsstärkere Pumpen Dadurch steigt der Stromverbrauch gegenüber den anderen Filtersystemen
  • Da die Pumpe in diesem System direkt im Teich steht besteht die Gefahr, dass die Pumpe bei übermäßigem Schmutzeintrag verstopft (z.B. durch Laub im Herbst)
  • Durch die Platzierung der Teichpumpe entsteht ein weiterer Nachteil – Der Schmutz der die Pumpe passiert wird vom Pumpenlaufrad in kleinste Partikel zerhackt. Um diese kleinen Schmutzpartikel sicher zu entfernen muss dann ein hochwertiger Vorfilter eingesetzt werden.

 

Zusammenfassung:

Bei einem gepumpten System wird das Wasser vom Teich in den Filter gepumpt und läuft per Schwerkraft zurück in den Teich. Dadurch entstehen höhere Stromkosten allerdings lässt sich der Filter wesentlich leichter installieren.

 

Schwerkraftfilter (Gravitationsfilter)

Bei einem Schwerkraftfilter wird der gesamte Filter auf gleichem Niveau wie der Wasserspiegel des Teichs installiert. Das heißt bei ausgeschalteter Teichpumpe ist der Wasserstand im Teich und Filter identisch.

Der Wasserzulauf vom Teich zum Filter erfolgt im besten Fall über einen Bodenablauf. Dieser sollte am tiefsten Punkt und möglichst optimal zur Strömungsrichtung im Teich platziert sein. So kann ein sehr effektiver Abtransport des Schmutzes gewährleistet werden. Die Teichpumpe befindet sich in der Letzten Filterkammer des Schwerkraftfilters und sollte nach Möglichkeit keine Förderhöhe überwinden müssen. Dies kann durch Rückläufe unter Teichwasserniveau erreicht werden.

Wird nun die Teichpumpe eingeschaltet sinkt der Wasserstand in der letzten Filterkammer und der Wasserstand im Teich steigt leicht an. Aufgrund des Prinzips der kommunizierenden Röhren, das besagt, dass verbundene Wasserbehälter die nach oben offen sind immer den gleichen Wasserstand anstreben, läuft nun Wasser aus dem Teich über die Filterkammern in die Pumpenkammer nach. Da über das Rohrleitungssystem beziehungsweise den Filter nicht genau so viel Wasser nachlaufen kann wie die Pumpe fördert herrscht im Betrieb zwischen Teich und der Pumpenkammer ein minimaler Höhenunterschied. Je geringer dieser ist, desto besser ist das System abgestimmt.

Schwerkraftfilter

Vorteile eines Schwerkraftsystems

  • Durch den geringen Höhenunterschied können Leistungsschwächere beziehungsweise energieeffiziente Pumpen eingesetzt werden
  • Da sich die Pumpe nach dem Filter befindet besteht keine Gefahr das die Pumpe verstopft
  • Der Schmutz wird aus dem Wasser entfernt bevor er die Pumpe erreicht dadurch wird dieser nicht unnötig zerkleinert

Nachteile des Schwerkraftfilters

  • Um den Filter auf gleichem Niveau wie den Teich anzubringen ist es meist nötig einen Filterkeller auszuheben. (Ausnahme sind Teiche am Hang)
  • Die Installation eines Bodenablaufs und eines Rücklaufs unter Wasser erfordert einen hohen Aufwand beim Teichbau und kann bei unsachgemäßer Ausführung zu Undichtigkeiten führen die später nur schwer zu beheben ist.
  • Eine Nachrüstung an bestehenden Teichen ist schwer zu realisieren
  • Im Vergleich zum gepumpten System ist dieses System teurer

 

Zusammenfassung:

Bei einem Schwerkraftfilter läuft das Wasser, aufgrund des Prinzips der kommunizierenden Röhren, vom Teich in den Filter und wird von der Teichpumpe in der letzten Filterkammer zurück in den Teich gefördert. Dadurch entsteht ein höherer installationsaufwand, andererseits sinken die Betriebskosten und die Betriebssicherheit steigt.

 

Halbschwerkraftfilter

Halbschwerkraftfiltersysteme funktionieren prinzipiell ähnlich wie ein Schwerkraftfilter. Der einzige Unterschied ist, dass sich die Pumpe nicht in der letzten, sondern in der ersten Filterkammer, der sogenannten Pumpenkammer, befindet. Die Pumpe fördert dann das Schmutzwasser in die nachgeschalteten Kammern. Dies ermöglicht die Nutzung der Vorteile eines Bodenablaufs an einem Teichfilter der nur als gepumpte Variante einsetzbar ist. Im direkten Vergleich mit einem reinen Schwerkraftfilter überwiegen dessen Vorteile allerdings deutlich. (Bessere Energieeffizienz, Schmutz wird nicht von der Pumpe zerkleinert)

 

Fazit:

Vergleicht man die Systeme untereinander wird schnell deutlich das die Vorteile eines Schwerkraftsystems die der anderen Systeme übertrumpft. Man sollte den höheren Installationsaufwand bei der Neuanlage eines Teiches in jedem Fall in Kauf nehmen, da der Teich so über Jahre hinweg Energieeffizient und zuverlässig betrieben werden kann. Hat man einen existierenden Teich sollte man in Betracht ziehen auf ein Schwerkraftsystem oder wenigstens auf ein Halbschwerkraftsystem umzurüsten. Ein gepumptes System sollte nur gewählt werden, wenn der Teich bereits existiert und ein Umbau nichtmehr möglich ist.